Die Frage der Schulsprache wurde im 19. Jahrhundert haeufig eroertert, allerdings aus zwei sehr unterschiedlichen Richtungen. Zum Einen war die Uebereinstimmung von Volkssprache auf der einen Seite und Schul- (und Kirchen- und Amts-)sprache ein Ziel der koeniglichen Sprachreskripte der daenischen Koenige Friedrich VI (1810) und Christian VIII (1840), die damit der daenischsprachigen Bevoelkerung Nord- und Mittelschleswigs besseren Zugang zum oeffentlichen Leben ermoeglichen wollten. Diese Verfuegungen resultierten dann auch immer zu entsprechenden Protesten der deutschsprachigen Bevoelkerung. Zum Anderen wurde nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch ueber die Landesgrenzen hinaus in ganz Norddeutschland diskutiert, ob die VOLKSsprache, nicht die HOCHsprache Unterrichtssprache oder zumindest Unterrichtsgegenstand sein sollte. Hiermit war das Niederdeutsche (oder Plattdeutsche) gemeint, das wohl fuer als deutschsprachigen Norddeutschen die Muttersprache war.

In dieser Sektion finden Sie Materialien, die diese Problematik widerspiegeln: zum Einen Facsimiles von Lesebuechern aus dem 19.Jahrhundert, die einen Einblick davon geben, was gelehrt wurde und inwiefern das Niederdeutsche im Unterrichtsmaterial beruecksichtigt werden konnte. Zum Anderen finden Sie hier eine Zusammenstellung von Zitaten aus der Schleswig-Holsteinischen Schulzeitung von 1855-1863, die Jenny Irmscher (CAU Kiel) im Rahmen einer Hausarbeit am Germanistischen Seminar zusammengetragen hat.

 

Als Literaturhinweis mag weiterhin Folgendes von Interesse sein:

Nils Langer & Robert Langhanke. 2013. How to deal with non-dominant languages - Metalinguistic Discourses on Low German in the Nineteenth Century, www.Linguistik-online.de 58, 77-97. [Gegenueberstellung der metasprachlichen Positionen Klaus Groths mit denen holsteinischer Volksschullehrer]